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Liebe Leserinnen,
liebe Leser unseres Pfarrblattes!

Ein Kabarettist ist im Fernsehen gefragt worden, ob er seinen Urlaub im Ausland verbringen werde. Er antwortete: „Nein, denn überall, wo ich bin, habe ich Urlaub...“ Wie viele von uns könnten diesen Satz bestätigen?

Von vielen Seiten hören wir in dieser Zeit den Ruf nach Freizeit, Entspannung, oder Urlaub. Wir wollen uns aus dem täglichen Stress befreien und neue Energie schöpfen. Warum aber warten viele Menschen sehn-süchtig darauf, dass der Sommer oder der Urlaub kommt, um Erholung zu finden? Unser heutiges Leben verläuft rasant und wir haben uns längst daran gewöhnt: fast food, coffee to go, fast & clean, facebook und Apps bestimmen den Alltag von vielen Menschen. - Und trotz dieser Geschwindigkeit bleibt tief in uns die Sehnsucht nach Schönheit.

In dem Roman „Der Idiot“ schreibt Dostojewski: „Schönheit wird die Welt retten“. Wir suchen ganz besonders im Urlaub unbewusst die Schönheit des Lebens. Die Schönheit hebt unseren Blick, lässt in uns die Gabe des Staunens wachsen. Schönheit hat etwas Erhabenes an sich, hat etwas mit Heiligkeit zu tun. Sie lässt uns ahnen, dass unser Leben immerfort eine Schönheit sucht, die nicht vergeht: Gott.
Schönheit ist Ästhetik, aber sie hat auch eine religiöse Dimension. Jesus hat uns allen die Schönheit gezeigt. Er war ein Beispiel für innere Schönheit, und alles, was er uns gelehrt hat, geht in diese Richtung.

Der Begriff „Schönheit“ lässt sich seiner Abstammung aus dem Sanskrit nach deuten: „Bet-El-Za“, das bedeutet „der Ort, an dem Gott scheint“. Gott scheint überall und lässt auch uns mit dem Schönen scheinen.

Die Urlaubszeit könnte dazu genutzt werden, die Sinne wieder für das Schöne zu schärfen, um Gott im Schönen zu finden.
Viele Menschen nützen die Urlaubszeit dazu, die gewohnte Umgebung zu verlassen, um die Welt mit all ihren Schönheiten kennenzulernen. Andere wiederum handeln nach dem Prinzip: Warum in die Ferne gehen, wenn das Schöne doch zum Greifen ganz in der Nähe liegt?
Wie oft haben wir erlebt, dass eine andere Welt die Sehnsucht unserer Seele berührt hat. Daher könnten wir uns fragen: „Wie sieht meine Gottesbeziehung aus? Kann ich auch für meine Seele die Schönheit Gottes wieder spürbar werden lassen?“

Es ist nicht so wichtig, wie weit wir im Urlaub wegfahren. Wichtig ist, dass wir uns selbst die Chance geben, Gott zu treffen, um wirklich glücklich zu werden und uns selbst wieder zu finden. Das ist für mich ein erfolgreicher Urlaub: In der freien Zeit frei zu sein für mich und für Gott, um mir und Gott neu auf die Spur zu kommen, um uns neu kennenzulernen. Urlaub heißt also auch: Zeit haben und sich Zeit nehmen, um Gott zu begegnen und um sich selbst zu treffen.

Abschließend wünsche ich Ihnen allen wunder-schöne, ruhige und erholsame Tage, in denen sich Ihre Batterien mit neuer Lebenslust, Freude und Schönheit aufladen können.

Pfarrer Marius Enasel


 


 

 

 

 

 

 

 

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